Viele von uns betrachten ihren Körper vor allem von außen – und sind nicht immer glücklich mit dem, was sie sehen. Auch wenn wir ihn von innen wahrnehmen, spüren wir eher Schmerzen, Verspannungen oder andere unangenehme Signale. So behandeln wir unseren Körper häufig nicht wie einen wertvollen Begleiter oder einen Tempel den wir gerne pflegen, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen, sondern manchmal wie ein altes Auto über das wir uns ärgern wenn etwas nicht so funktioniert wie gewünscht.

Dabei kann unser Körper uns auf unserem Entwicklungs- und Wachstumsweg auf erstaunliche Weise unterstützen.

Wenn der Körper Erinnerungen speichert

Viele Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen, hinterlassen nicht nur Spuren in unserem Denken, sondern auch in unserem Nervensystem. Alte Verletzungen, Ängste oder belastende Situationen können sich in Form von automatischen körperlichen Reaktionen zeigen, manchmal spricht man dabei von Körpererinnerungen.

Vielleicht merkst du, dass deine Stimme leiser wird wenn du deine eigenen Bedürfnisse aussprechen möchtest. Solche Reaktionen können mit früheren Erfahrungen zusammenhängen, in denen es sich nicht sicher angefühlt hat, die eigene Meinung zu äußern.

Oder du fühlst du dich in einer Gruppe fremder Menschen sofort angespannt, obwohl niemand bedrohlich wirkt. Dein Körper schaltet vorsorglich in Alarmbereitschaft, weil ähnliche Situationen früher mit Unsicherheit verbunden waren.

Der Körper möchte uns schützen

Wenn wir uns nicht ausdrücken können, wie wir es gerne würden, ärgern wir uns über uns selbst. Wir stöhnen über Verspannungen und Rückenschmerzen die sich aus angespannter Haltung ergeben und dabei vergessen wir ganz, dass unser Körper uns – wie ein liebevoller Elternteil – eigentlich vor weiterem Schmerz schützen möchte.

Eine neue Beziehung zum eigenen Körper

Mit diesem Wissen können wir uns entscheiden, unserem Körper auf eine neue Weise zu begegnen: mit Neugier, Mitgefühl und Vertrauen. Anstatt gegen ihn anzukämpfen, können wir beginnen, seine Botschaften verstehen zu wollen.

Wenn du bemerkst, dass sich dein Körper anspannt, halte einen Moment inne. Atme bewusst ein und aus. Lege vielleicht eine Hand auf die betroffene Stelle oder streiche sanft über deine Schultern.

Dann könntest du innerlich sagen:

„Danke, dass du mich schützen möchtest. Ich weiß, dass du nur das Beste für mich willst. Doch heute ist diese Situation sicher, und ich möchte ihr mit Offenheit und Freude begegnen.“

Manchmal geschieht dann etwas Erstaunliches: Ein tiefer Atemzug entsteht ganz von selbst. Die Schultern sinken. Der Körper entspannt sich. Es entsteht mehr Raum, mehr Leichtigkeit und ein Gefühl von innerer Öffnung.

Der Körper als Wegweiser

Unser Körper kann uns helfen, uns selbst besser zu verstehen. Er zeigt oft sehr deutlich, wo alte Muster wirken, wo Heilung möglich ist und welche Entwicklungsschritte anstehen.

Wenn wir lernen, seine Signale nicht als Störung, sondern als wertvolle Hinweise zu betrachten, kann er zu einem wichtigen Begleiter auf unserem Weg werden.

Vielleicht möchtest du es einfach einmal ausprobieren und deinem Körper mit etwas mehr Aufmerksamkeit und Freundlichkeit begegnen.

Und wenn du Unterstützung dabei möchtest, deine emotionalen und körperlichen Reaktionen – etwa im Kontakt mit deinem Partner, deinen Kindern oder in anderen herausfordernden Situationen – aus einer neuen Perspektive zu betrachten, Entscheidungen klarer zu treffen oder dich selbst in deiner Ganzheit besser zu verstehen, dann wende dich gerne an kontakt@coaching-muelleder.at.