Vielleicht hast du schon bemerkt, dass du in der Natur freier atmen kannst, klarer denken und dich insgesamt wohler fühlst. Immer mehr Studien belegen diese Wahrnehmung auch wissenschaftlich.
Unter die vielen bestätigten Effekte beim Aufenthalt im Wald fällt das Sinken das Stresshormons Cortisol, eine ausgeglichenere Herzfrequenz, das Sinken des Blutdrucks bei BluthochdruckpatientInnen[1], sowie des Blutzuckerspiegels bei Diabetes Mellitus Typ 2 PatientInnen[2]. Aber nicht nur der direkte Aufenthalt im Wald hilft. Wir Menschen haben eine so starke Verbindung zur Natur, dass Menschen nach einer Operation schneller genesen, weniger oder schwächere Schmerzmittel benötigen und weniger postoperative Komplikationen auftreten, wenn sie nach der Operation aus dem Fenster einen Baum sehen können anstatt einer Hauswand.[3]
Klare Empfehlungen
Weil die positiven Belege für Naturaufenthalte so deutlich sind, gibt es mittlerweile sogar Empfehlungen, sich mindestens zwei Stunden pro Woche in der Natur aufzuhalten, weil das gesünder und glücklicher macht.[4] Am besten belegt ist dies für den Aufenthalt im Wald und hier ist für die vielen positiven Effekte unter anderem der Cocktail aus bioaktiven Substanzen verantwortlich, die von den Pflanzen an die Waldluft abgegeben werden. Darunter befinden sich die gut untersuchten Terpene, die mit unserem Immunsystem interagieren. Waldluft ist also wie Heiltrunk zum Einatmen.[5]
Und so werden wir im Wald auch Teil eines einfachen Gebens und Nehmens. Wir atmen Kohlendioxid aus und atmen Sauerstoff und viele weitere bioaktive Substanzen ein. Wir geben der Natur was sie braucht und erhalten was wir brauchen. Wir sind willkommen, so wie wir sind. Es gibt nichts zu tun, außer zu atmen, um Teil dieses größeren Ganzen zu sein. In einer Welt, in der ständig neue Anforderungen und Eindrücke auf uns einströmen, ist das alleine schon bemerkenswert.
Was du selbst tun kannst
Du kannst die Heilkraft des Waldes aber noch ein Stück mehr nutzen: Sollte ein Gedanke oder eine Frage auftauchen, kannst du damit experimentieren was passiert, wenn du die Frage direkt an die Natur stellst. Wie an einen Freund, den du an der Seite hast und der wirklich da ist. So kann man seine Themen und Fragen einfach an die Natur abgeben und hat oft kurz darauf eine Idee, auf die man vorher nicht gekommen wäre. Ein klarer nächster Schritt liegt plötzlich auf der Hand, der vorher hinter einem Nebel aus Gefühlen und Gedanken versteckt war.
Naturcoaching
Und so kann sich vieles in der Natur auf einfache und fast wundersame Weise lösen. Begleitetes Naturcoaching (Arbeiten an den eigenen Themen in und mit der Natur) unterstützt und intensiviert diesen Prozess durch die Verbindung der Heilkraft der Natur mit klassischen Coaching-/Beratungsmethoden. Die Umgebung dient als Spiegel und Kraftquelle und der Körper ist ganz natürlich Teil des Prozesses.
Neugierig geworden? Auf meiner Seite findest du mehr zum Thema Naturcoaching.
Probier es aus: Wenn dich gerade eine Frage beschäftigt, kannst du die klärende Wirkung der Natur selbst spüren. Nimm dir bewusst Zeit für einen Spaziergang und nimm diese Frage mit, gib sie vertrauensvoll ab und beginne einfach im Austausch mit der Natur zu atmen.
Ingrid Mülleder
[1] Bum-Jin Park u.a., Effect of forest environment on physiological relaxation using the results of file tests at 35 sites throughout Japan, in: Quing Li (Hrsg.): Forest Medicine, S 37-54, Nova Biomedical Verlag, New York, 2013
[2] Yoshinori Ohtsuka, Effekt oft he forest environment on blood glucose, in: Quing Li (Hrsg.): Forest Medicine, S 111-116, Nova Biomedical Verlag, New York, 2013
[3] Roger Ulrich, View through a window may influence recovery from surgery, in Science, April 27, 1984 v224 p420(2). American Association for Advancemet of Science, Washington D.C., 1984
[5] Arvay Clemens, Der Biophillia-Effekt, S 30-31, 2016